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Geschichte der 2008er Instincts von Designer David Pilkington
Wow, das klingt nach einem großen Statement, aber so genau fühlt es sich an. Seit der Einführung des Instincts in 2006 ist es mein Ziel, Kites zu entwerfen, die ich gerne fliege. Eigentlich recht simpel, aber es brauchte einen lange Weg, um zu diesem Punkt zu gelangen.
Am Anfang war das Leben einfach. Jedenfalls sieht es jetzt so aus. Alles was wir zu tun hatten, war der Entwurf eines Flat Kites, SLE, Bow Kites, eines Hybrid oder was auch immer du den Modern Style des Kites nennst. Mir persönlich ist der Name egal, weil dieser automatisch das Potenzial des Kites limitiert. Oh, und außerdem startet natürlich ein Produktionsteam in unserer Fabrik in Vietnam, um diese Kites herzustellen.
So war das damals. Aber, warum sag ich Euch das - nicht um irgendein Mitgefühl zu erwarten jedenfalls, sondern einfach um allen zu danken, die die 06er Instincts gekauft haben. Danke, dass ihr an unsere Fähigkeit geglaubt habt, Qualitäts-Kites herzustellen, was beides, Design und Verarbeitung angeht.
Aber schon als wir die 06er-Serie veröffentlicht haben war mir klar, dass da noch einiges mehr aus dem Kite herauszuholen war. Deswegen machte ich mich an die Entwicklung der 07er Kites. Im Sommer 06 habe ich verschiedene Kombinationen von Struts und Sail Panels ausprobiert. Was dabei herauskam waren 3 verschiedene Kites. Während des Designs fiel mir auf, dass ich einen Kite mit 3 Struts hinkriegen konnte und da ich sah, dass sich die lokalen Schulen mit anderen Kites abrackerten, wurde mir klar, dass dieser 3-Strut-Kite die Antwort sein würde, während der hoch gestreckte 7-Strut-Kite die anderen Kiter durch seine Geschwindigkeit und Performance zum Lächeln bringen würde. Und damit zu diesem Jahr und zur Entwicklung der neuen Kites.
Wo fange ich mit der Erklärung an? Die ursprüngliche Idee war die Entwicklung eines reinen leichtwind Kites, ein neues Model für die Serie. Meine Grundidee war es, den Kite so leicht wie möglich zu machen, mit super dünnen Struts und Fronttube, keine Verstärkung am Segel, kein Dacron am Tip, einfach nichts zusätzlich was nicht gebraucht wurde. All das sparte 1/3 des Gewichts und der Kite konnte so in leichteren Winden ab 7 Knoten aufwärts genutzt werden. Dieser Kite war in stärkeren Winden jedoch nicht so gut. Deshalb wurde er als Produkt gestoppt.
Aber wie bei allen Fehlversuchen konnten wir auch daraus Positives mitnehmen. Ich hatte gesehen wo das Limit der Tube Größen war und hatte an einem neuen Profil für die Kite- und Tip-Form gearbeitet. Deshalb fügte ich diese Eigenschaften ab den 07er Kites hinzu, jedoch nicht so radikal wie beim leichtwind Kite, und somit war die Basis für die 08er Kites da. Sorry wenn sich das langweilig anhört, aber manchmal ist Design eine Folge aus Step-by-Step-Veränderungen und was ich gerade in diesem Abschnitt beschrieben habe hat in Wirklichkeit 6 Monate Arbeit gebraucht. Anschließend kam der Prozess der Verfeinerung der neuen Kite-Form und die Trimmung - weitere 6 Monate Testen.
Also, wenn das die Zusammenfassung der Arbeit ist, sind hier die Details der Veränderungen zu den 08er Kites. Sorry wenn sich der nächste Teil wie Marketing Bullshit anhört, aber das passiert, wenn man aufschreibt, was sich verändert hat und was besser ist als vorher!
Über den Instinct Sport II
Ich denke die Leute werden diesen Kite dieses Jahr wirklich lieben. Grundsätzlich ist er schneller, dreht besser und gibt dir ein besseres Gefühl an der Bar. ich weiß, ich weiß, das gleiche was die anderen auch schreiben, aber ich kann es nicht in bessere Worte fassen. Wie ich oben schon gesagt habe, besteht ein großer Unterschied der 08’er darin, dass nun auch leichtere Fahrer bei sehr wenig Wind fahren und diese Kites genießen können. Er erweckt nicht den Anschein eines großen Schiffs!
Die neue Form der Flügelenden hat es mir möglich gemacht die Kites so zu trimmen, dass die De-power direkter an der Bar ankommt und es sich anfühlt als ob man ein Gaspedal hat. Für mich ist es so leichter den Kite zu verstehen und zu fliegen. Der neue Sport zieht wirklich den gesamten Turn lang, besonders in schwachen Winden behält er Energie und Geschwindigkeit. Ich denke es könnte eine hartes Stück Arbeit sein die Leute davon zu überzeugen, dass der 15er ein guter Kite ist, aber wenn du ihn testes, denke ich wirst du überrascht sein.
Wir haben den Sport II in 5m hinzugefügt; Der Kite macht einen riesen Spaß und wird in Welle und heftigem Wind geliebt werden.
Grundsätzliche Veränderungen
Es ist schwierig, den Anfang zu finden, da alle Hauptänderungen miteinander zusammen hängen. Ohne die eine wären andere nicht möglich gewesen oder hätten nicht funktioniert, deshalb könnte es wirken, als ob sich diese Beschreibung im Kreis dreht, aber wie ich sage, Design ist oft so - du veränderst eine Sache, die dich dann wieder auf eine andere schauen lässt, dann auf eine andere und noch eine, was dich dann auf die erste zurückbringt, welche dann weiter verfeinert werden kann. Rundherum drehen wir uns, wo wir stoppen … das kommt später!
1.) Dünnere Fronttube
Das kam direkt von der Arbeit am Leichtwind Kite. Ich hatte festgestellt, wie dünn ich bei den Tubes gehen konnte und machte mich daran, das auf die Kites zu übertragen. Es gibt mehrere Vorzüge von dünneren Tubes:
a) Weniger Material und somit leichterer Kite
b) Leichterer Kite bedeutet es braucht weniger Wind weiter zu fliegen
c) Leichterer Kite bedeutet auch dass man weniger Energie für Turns benötigt
d) Dünnere Tubes heißt auch, dass weniger Luft drin ist. Auch wenn das sie nicht wirklich leichter macht (Achtung: Physik folgt!!) heißt es doch, dass der Kite weniger Masse und damit weniger Trägheit hat. Wenn man also die Richtung verändert, also einen Turn macht, gibt es weniger Trägheit für diese Veränderung und der Kite dreht schneller.
e) Dünnere Tubes bedeuten auch weniger Zug vom Kite, weniger Zug heißt mehr Geschwindigkeit wird beibehalten und als Resultat fliegt der Kite besser.
f) Ein extra Nutzen aus der dünneren Fronttube ist, bei einem One-Pump-Kite kann man den Druck in der Front Tube und damit auch in den Struts erhöhen (zum Glück denn sie brauchen es) ohne die Fronttube zu teilen und die ganze Kraft auf die Naht zu bringen. Sorry, mehr Physik folgt! Druck ist die Kraft die auf einen Bereich wirkt. Je größer der Bereich des Stoffes (z. B. je größer der Durchmesser der Tube und demzufolge der Umfang des Kreises) desto größer ist die auf den Stoff einwirkende Kraft. Mach die Tube dünner und der Luftdruck hat weniger Raum zu agieren daher ist die Kraft auf die schließende Naht an der Front Tube geringer, oder man kann es so lassen wie zuvor aber profitieren, da man mehr Druck auf der Tube hat. Mehr Druck in der Front Tube bedeutet mehr Druck in den Struts wodurch sie härter werden und das Segel besser stabilisieren. Das erlaubt dem Profil des Kites mehr Effizienz usw. Wow, lange Erklärung, sorry.
g) Dünnere Fronttube macht den Kite flexibler, da sich die Front Tube mehr biegen kann. Hilft im speziellen beim Gefühl in den Turns.
2) One-Pump auf allen Modellen
Der Sport hatte es schon in ’07 und wir sind zufrieden mit dem System, das wir verwenden.
Deshalb haben wir One-Pump für 2008 auch beim Edge und beim Light hinzugefügt. Durch die verringerte Fronttube-Größe ist es jetzt möglich, die Struts und die Front Tube schön hart zu bekommen, da die Größendifferenz zwischen der Fronttube und den Struts geringer ist.
3) Neue Form der Flügelenden
Man bemerkt, dass hier wirklich nur, wenn man den neuen und den alten Kite nebeneinander betrachtet. Allerdings ist die Veränderung eigentlich recht groß. Im Grunde ist der Bereich der Flügelenden vom letzten Strut bis zum Kiteende kürzer. Der neu Form der Flügelenden hat die Drehfähigkeit des Kites erhöht. In Wirklichkeit machte die lange Tip Section des 07er Kites die vertikale Differenz zwischen den Back Lines und den Power Lines größer und es schien deshalb als ob man das Flügelende schon runter gezogen hätte. Das machte die Bar weniger effektiv und gab einem das Gefühl von weniger Depower in der Bar und weniger Drehwirkung auf dem Kite. Durch das neue Flügelende lässt dich außerdem mehr Kraft aus dem Kite ziehen, da er durch einen größeren Bereich gehen kann und daher auf den restlichen Kite wirken kann während die anderen Veränderungen dies erlauben ohne einen Strömungsabriss hervorzurufen .
4) Neues Section Profile
Durch die Veränderungen der Tubes konnte ich zusätzlich mit verschiedenen Profilen experimentieren. Als Ergebnis hat sich die Performance des Kites erhöht und das Segel ist clean.
So, das sind also die Hauptveränderungen an allen Kites, aber was das im Speziellen für jeden einzelnen Kite bedeutet und wie sie sich anfühlen, da gibt es nur einen Weg, das herauszufinden … probiert sie aus!
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